SV Gresgen
Shuttle-Service für
Nachwuchsringer
Simon
und Mara raufen, sie wälzen sich auf dem Boden und
wehren sich mit aller Kraft und lautem Geschrei gegen den Angriff des anderen. Andreas Vollmer steht seelenruhig daneben
und beobachtet die beiden nickend. Er greift nicht ein, sondern feuert sie
sogar noch an.
ZELL-GRESGEN. Simon und Mara streiten nicht, sie ringen. Einmal wöchentlich
trainiert Vollmer die Gresger Nachwuchsringer. Und
weil das Bergdorf alleine nicht genügend Nachwuchssportler zusammenbringt,
bietet der Sportverein Gresgen jetzt einen
Shuttle-Service für Kinder aus den Umlandgemeinden an.

| Foto: Kathrin Blum
"Viele
Kinder haben keine Möglichkeit, nach Gresgen zu
kommen, deshalb haben wir uns überlegt, dass wir diesen Service anbieten",
sagt Jugendleiter Andreas Vollmer. Damit Kinder
beispielsweise aus Neuenweg den letzten Bus von Tegernau nach Hause bekommen,
hat der SV die Trainingszeiten um eine halbe Stunde vorverlegt. Vor dem
Training dreht einer der ehrenamtlichen Helfer eine Runde, fährt über Zell,
Hausen und Schopfheim bis ins Kleine Wiesental. Und
nach dem Training das ganze noch mal von vorne. So dass alle irgendwo einen
Anschlussbus bekommen, oder ganz nach Hause gefahren werden.
"Wir hoffen, dass wir dadurch neue Mitglieder gewinnen können",
erklärt Vollmer. Skeptiker könnten auch erstmal ins Training schnuppern, bevor
sie fest zusagen. "Viele haben falsche Vorstellungen vom Ringen und
glauben, das wäre eine brutale Kampfsportart", bedauert der Jugendleiter.
"Bei uns geht es aber um viel mehr: Auf dem Trainingsplan stehen
Koordinationsübungen, Ausdauer und Turnen." Und wenn schließlich doch
gekämpft wird, dann heiße das oberste Gebot Fairness. Der Gegenüber sie nicht
Gegner, sondern Partner.
Zwei bis drei ausgebildete Trainer kümmern sich jeden Dienstag von 17 bis 18.30
Uhr um die derzeit zwölf Nachwuchsringer. Bereits Fünfjährige können
trainieren, die Obergrenze setzt Vollmer bei zwölf Jahren an. Ab 14 können
Jugendliche in der Aktivmannschaft mitmachen.
Im
Training ist das Ringen selbst nur eine vieler Einheiten. Die Jungs und Mädels
schlagen Purzelbäume, spielen Schubkarren, hüpfen auf einem Bein durch die Gresger Halle und wälzen sich fröhlich über die Matten.
"Das Training ist wirklich super", freut sich die achtjährige Melina. "Da dürfen wir rumtoben und keiner
schimpft." Die siebenjährige Mara ergänzt:
"Und wir können uns richtig auskämpfen." Auch die 13-jährigen Schüler
Maximilian und Felix sind mit Eifer bei der Sache. "Es macht einfach
Spaß", sagt Maximilian, der die Tipps von Trainer Bruno Berger umsetzt und Felix zu
Boden bringt. Dass es immer fair bleibt, darauf haben alle Trainer – neben Andreas Vollmer und Bruno Berger auch Silvia Eichin und
Dennis Greter, ein Auge. Hat einer gerade keinen
Partner, springen die Trainer ein und lassen sich aufs Kreuz legen.
Interessierte können im Training vorbeischauen, oder sich mit Andreas Vollmer in Verbindung setzen.
"Wir hoffen, dadurch Voruteile abbauen zu
können", sagt er. Ein Problem der Ringer sei die Konkurrenz zum Fußball.
"Das kennen alle aus dem Fernsehen, das will jeder machen." Im Ringen
gäbe es einfach nicht genug prominente Vorbilder. "Aber wir können
versprechen: Ringen und das Training dafür ist sogar noch viel
abwechslungsreicher als Fußball."
Kontakt: Andreas Vollmer, Tel. 07625/8621,
E-Mail: an-vollmer@t-online.de. Am heutigen Dienstag können Interessierte von
zwischen 14 und 18 Uhr in die Gresger Halle zum
Schnuppertraining kommen.
Autor: Kathrin Blum